Archiv für September 2008

Vorerst keine Wüstentouren mehr in Libyen

30. September 2008 - Artikel von: Kai Rebmann

Libyen hat dem gerade zu Ende gegangenen Entführungsdrama um eine 19-köpfige Reisgruppe in Ägypten eine schnelle und konsequente Reaktion folgen lassen. Mit sofortiger Wirkung haben die libyschen Behörden ein generelles Verbot für Wüstentouren und Safaris im Süden des Landes ausgesprochen, das bis auf Weiteres gültig bleiben soll. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte das Verbot der libyschen Tourismusbehörde, von dem es am Wochenende in Kenntnis gesetzt wurde, und rief alle Deutschen dazu auf, dieser Anordnung auf jeden Fall Folge zu leisten.

 

Dem Beschluss zufolge wurden unter anderem die bei ausländischen Touristen besonders beliebten Städte Ghat und Ghadames zur No-Go-Area erklärt. Ghat liegt unweit der algerischen Grenze und war in früheren Zeiten ein wichtiges Zentrum für den Handel unter den Sahara-Anrainern und lebt heute vor allem vom Tourismus. Ghadames hingegen zählt dank seiner Altstadt zum Weltkulturerbe der UNESCO und liegt gut 500 km südlich der libyschen Hauptstadt Tripolis. In Ghadames leben in erster Linie Berber und Tuareg. Dabei handelt es sich um Nomadenstämme, die sich perfekt an die lebensfeindlichen Bedingungen in der Sahara angepasst haben.

 

Das Auswärtige Amt warnt schon seit einiger Zeit vor Reisen in Gebiete rund um die Sahara, da die Entführungs- und Terrorgefahr insbesondere für deutsche Touristen sehr hoch sei. Reisen in die Mittelmeergebiete Nordafrikas seien dagegen nach wie vor ohne besonderes Gefahrenpotenzial möglich, so das Auswärtige Amt.   

Süßer Herbst in Italien

29. September 2008 - Artikel von: Kai Rebmann

Schokoladenliebhaber kommen in den kommenden Wochen und Monaten voll auf ihre Kosten. Italien wird im Herbst mit mehreren Messen und Ausstellungen aufwarten, die die Schokolade als zentrales Thema behandeln und viele Gäste aus dem In- und Ausland anlocken werden. Die Herstellung von Schokoladenspezialitäten aller Art genießt in Italien eine ebenso große Tradition wie Pizza, Speiseeis und Pastagerichte.

 

Mit dem Festival “Eurochocolate 2008“ vom 18. – 26.10.2008 geht in Perugia (Umbrien) die erste von insgesamt drei Schokoladen-Messen über die Bühne. Auf der “Eurochocolate 2008“ bekommen die Besucher unter anderem auch die “Sculture di Cioccolato“, eine Ausstellung von Schoko-Figuren geboten, die von Top-Konditoren direkt vor Ort hergestellt werden. Das Publikum bekommt damit die Gelegenheit den Schoko-Virtuosen bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen.

 

Bei einer weiteren Schokoladen-Messe vom 31.10. – 02.11.2008 in Mantua werden kulinarische Köstlichkeiten aus Schokolade angeboten. Das Sortiment reicht hier gefüllten Pralinen über klassische Schokolade und Kuchen bis hin zu Kakaogetränken. Am 08. und 09.11.2008 bietet die “Volterragusto“ in Volterra (Toskana) eine letzte Gelegenheit den Genuss von Schokolade aus Italien im Rahmen einer Messe zu erleben. Bei der “Volterragusto“ stehen neben der süßen Versuchung noch weitere Spezialitäten aus Italien im Mittelpunkt, unter anderem Wein, Trüffel und Olivenöl.

 

Die FIAT-Stadt Turin im Herzen des Piemonts hält mit dem “ChocoPass“ darüber hinaus eine ständige, ganzjährig geöffnete Route bereit, die die interessierten Besucher hinter die Kulissen von bis zu 23 Schokoladenmanufakturen blicken lässt.       

Robin-Hood-Steuer in Portugal belastet Mineralölkonzerne

27. September 2008 - Artikel von: Kai Rebmann

Das Parlament in Portugal hat in seiner jüngsten Sitzung einen Gesetzentwurf gebilligt, der die Einführung einer sogenannten Robin-Hood-Steuer in dem südwesteuropäischen Land vorsieht. Das geht aus einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP hervor. Damit folgt Portugal dem Beispiel Italiens, wo eine solche Steuer zu Lasten der Mineralölkonzerne bereits im Juni beschlossen und eingeführt wurde. Portugals Ministerpräsident José Socrates setzte sich damit gegen die Opposition durch, die das Papier geschlossen ablehnte. Kritik kam naturgemäß auch aus den Reihen der Mineralölkonzerne.

 

Die konservativen Sozialdemokraten Portugals (PSD) warfen der Regierung mit der Einführung der Robin-Hood-Steuer Verschleierungstaktik in Bezug auf die wirtschaftliche Lage des Landes vor. Abgeordnete der Grünen und Kommunistischen Partei befürchten, dass Spekulationsgeschäften durch die Einführung der Robin-Hood-Steuer Tür und Tor geöffnet werde.

 

Die Robin-Hood-Steuer zielt darauf ab, aus steigenden Ölpreisen resultierende Gewinne zusätzlich mit 25 % zu besteuern. Mit den zusätzlichen Steuereinnahmen will Portugal die “Auswirkungen der Krise an den Finanz- und Mineralölmärkten abmildern“, wie es in dem Gesetzentwurf wörtlich heißt. Erste Schätzungen gehen von Mehreinnahmen in Höhe von 10 Millionen Euro pro Jahr aus. Als Namensgeber der neuen Steuer in Portugal und Italien stand der legendäre Robin Hood Pate, der im Sherwood Forest rund um Nottingham sein Unwesen trieb und sein von der oberen Gesellschaftsschicht erbeutetes Diebesgut an die Bedürftigen verteilte. 

Ärger um Spenden für Hilfsorganisationen auf Mallorca

26. September 2008 - Artikel von: Kai Rebmann

Die Benefiz-Veranstaltung “Playing for Good“, die bereits am 01. September 2007 in verschiedenen Orten auf Mallorca stattfand, unter anderem in Camp de Mar und Costa d´en Blanes, sorgt auf der Baleareninsel nun für mächtig Ärger. Auf Initiative des deutschen Unternehmers Constantin Dietrich und unter Mitwirkung von internationalen Stars und Sternchen (Goldie Hawn, Eva Longoria, Chaka Khan, Sheila E, Paris Hilton etc.) sollten die Erlöse von “Playing for Good“ an insgesamt fünf Hilfsorganisationen gehen. Dietrich, der auf Mallorca in Andratx eine Niederlassung hat, rief zu diesem Zweck eine Stiftung ins Leben und setzte Jan Stoltze als Stiftungsgeschäftsführer ein.

 

Die fünf begünstigten Hilfsorganisationen sollten die international operierenden “Keep a child alive“, “Millennium Promise“, “Spread the Net“ und “The Hawn Foundation“ sowie die lokale “Aspanob“ sein. Zugesagt waren Zahlungen in Höhe von jeweils 175.000 Euro, die auch alle internationalen Hilfsorganisationen erhalten haben, während Aspanob, das sich auf Mallorca um krebskranke Kinder kümmert, leer ausging. Im Dezember 2007 erhielt Aspanob nach eigenen Angaben von Stoltze einen Scheck über den zugesagten Betrag, der allerdings nicht gedeckt gewesen sein soll. Stoltze hingegen bestreitet diesen Vorgang vehement.

 

Da “Playing for Good“ bei Weitem nicht die erhofften Spendenbeträge einspielte, entschlossen sich die Geschäftsmänner die zugesagten Beträge an die Hilfsorganisationen aus eigener Tasche zu bezahlen, da sie ihre Zusagen halten wollten. Stoltze sollte in diesem Zusammenhang die Zahlungen an Aspanob übernehmen und vereinbarte mit den Verantwortlichen eine Ratenzahlung. Diese Zahlungen wurden jedoch bereits nach wenigen Monaten eingestellt, wie Aspanob mitteilt. Stoltze erklärt dazu, dass er keine ordnungsgemäßen Spendenquittungen erhalten und deshalb die Zahlungen eingestellt habe. Er sicherte zu, die Zahlungen an Aspanob umgehend wieder aufzunehmen, sobald er verwertbare Quittungen für die bereits ausbezahlten Spenden erhalte. Insgesamt stehen noch 100.000 Euro aus, die Aspanob noch zustehen.

 

Welttourismustag 2008 in Lima, Peru

25. September 2008 - Artikel von: Kai Rebmann

Der diesjährige Welttourismustag findet am 27. September 2008 in Lima, der Hauptstadt Perus, statt. Tourism Watch, eine Organisation des Evangelischen Entwicklungsdiensts (EED), forderte die im Tourismus tätige Wirtschaft und die Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) im Vorfeld dazu auf, sich für einen Tourismus einzusetzen, der sowohl auf Umwelt als auch Menschenrechte Rücksicht nimmt. Unterstützung erhielt der EED dabei von weiteren regierungsunabhängigen Organisationen.

 

Heinz Fuchs vom EED appellierte daran, bei allem wirtschaftlichen Denken, die Entwicklungschancen der Menschen vor Ort in den touristischen Zielgebieten zu berücksichtigen. Es könne nicht sein, dass es noch immer einige Destinationen gibt, in denen es hinter den prunkvollen Hotelanlagen ums nackte Überleben geht, so Fuchs weiter. Auch wenn er der Reisewirtschaft in diesem und anderen Bereichen schon weitführende Bemühungen bescheinigte, so dürfe man zu keinem Zeitpunkt mit dem Erreichten schon zufrieden sein und stellte die Vorkonferenz des EED und der regierungsunabhängigen Organisationen unter das Motto “Another Tourism is possible – Für einen Klimawandel im Tourismus“.

 

An der Vorkonferenz am heutigen Donnerstag und morgigen Freitag, die ebenfalls in Perus Hauptstadt Lima stattfindet, nehmen der EED und die gleichgesinnten regierungsunabhängigen Organisationen aus Europa, Latein- und Südamerika sowie Asien teil. Ziel dieser Vorkonferenz und dem anschließenden Welttourismustag ist das Finden von Konzepten, die sowohl den Interessen der Tourismuswirtschaft als auch jenen der Menschen in den touristischen Zielgebieten gerecht werden.