Vorerst keine Wüstentouren mehr in Libyen
30. September 2008 - Artikel von: Kai Rebmann
Libyen hat dem gerade zu Ende gegangenen Entführungsdrama um eine 19-köpfige Reisgruppe in Ägypten eine schnelle und konsequente Reaktion folgen lassen. Mit sofortiger Wirkung haben die libyschen Behörden ein generelles Verbot für Wüstentouren und Safaris im Süden des Landes ausgesprochen, das bis auf Weiteres gültig bleiben soll. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte das Verbot der libyschen Tourismusbehörde, von dem es am Wochenende in Kenntnis gesetzt wurde, und rief alle Deutschen dazu auf, dieser Anordnung auf jeden Fall Folge zu leisten.
Dem Beschluss zufolge wurden unter anderem die bei ausländischen Touristen besonders beliebten Städte Ghat und Ghadames zur No-Go-Area erklärt. Ghat liegt unweit der algerischen Grenze und war in früheren Zeiten ein wichtiges Zentrum für den Handel unter den Sahara-Anrainern und lebt heute vor allem vom Tourismus. Ghadames hingegen zählt dank seiner Altstadt zum Weltkulturerbe der UNESCO und liegt gut 500 km südlich der libyschen Hauptstadt Tripolis. In Ghadames leben in erster Linie Berber und Tuareg. Dabei handelt es sich um Nomadenstämme, die sich perfekt an die lebensfeindlichen Bedingungen in der Sahara angepasst haben.
Das Auswärtige Amt warnt schon seit einiger Zeit vor Reisen in Gebiete rund um die Sahara, da die Entführungs- und Terrorgefahr insbesondere für deutsche Touristen sehr hoch sei. Reisen in die Mittelmeergebiete Nordafrikas seien dagegen nach wie vor ohne besonderes Gefahrenpotenzial möglich, so das Auswärtige Amt.