Archiv für Februar 2009

Ägypten-Ausstellung in Turin

18. Februar 2009 - Artikel von: Kai Rebmann

Italien-Liebhaber, die zugleich noch etwas für geschichtliche Kultur übrig haben, werden sich bis Ende Mai besonders im Norden des Landes sehr wohl fühlen, genauer gesagt in der Fiat-Stadt Turin. In der Reggia di Venaria zu Turin läuft derzeit eine Ausstellung mit dem Titel “Ägypten – Versunkene Schätze“, die ihre Pforten für die Öffentlichkeit noch bis einschließlich 31. Mai 2009 geöffnet halten wird. Entsprechend dem Titel der Ausstellung in Turin werden dort zwar überwiegend Funde aus dem Alten Ägypten präsentiert, daneben werden aber auch Relikte aus versunkenen Städten wie Heraklion oder Kanopus zu sehen sein. Heraklion und Kanopus sind Städte, die einst im heutigen Griechenland existiert haben und vermutlich nach einer verheerenden Naturkatastrophen ein Raub des Mittelmeers wurden.

 

Rund 500 Funde aus dem Zeitraum 700 v. Chr. – 800 n. Chr. werden in den kommenden Wochen und Monaten in der Turiner Reggia di Venaria gezeigt. Ein nicht unwesentlicher Teil der Ägypten-Ausstellung widmet sich der legendären und mythenbehafteten Küstenstadt Alexandria. Im Hafen von Alexandria war dem französischen Meeresarchäologe Franck Goddio unlängst einer der umfangreichsten und bedeutendsten Funde der Stadtgeschichte geglückt. Nachdem die Restaurierung dieser Exponate nun weitgehend abgeschlossen werden konnte, wurden sie nach Turin in die Reggia di Venaria verbracht, wo sie nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Neue Trends bei Klassenfahrten

17. Februar 2009 - Artikel von: Kai Rebmann

Die Zeiten der Jugendreisen und Klassenfahrten in relativ ferne Ziele wie Griechenland, Italien und Spanien scheinen zumindest vorerst vorbei zu sein, da diese den meisten Eltern schlicht und einfach zu teuer sind. Um sich den Traum von einer Klassenfahrt ins Ausland dennoch erfüllen zu können, ergreifen einige Schüler bzw. ganze Schulklassen nun die Initiative, um sich die Finanzierung der Ausfahrt größtenteils oder gar komplett selbst finanzieren zu können. Das Beispiel einer 7. Klasse an der Heiligenbergschule, einer Hauptschule in Heidelberg (Baden-Württemberg) zeigt, wie dies funktionieren kann.

Mit Unterstützung der Jugendagentur Heidelberg betreibt die Klasse seit Beginn des Schuljahres mit der Ragazzeria ihre eigene Firma. Klassenlehrerin Christine Weber ist sichtlich stolz auf ihre Schüler, wenn sie das außerschulische Engagement ihrer Schützlinge hervorhebt. Mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu, dass sie sich einen solchen Elan hin und wieder auch im eigentlichen Unterricht wünschen würde.

Die Ragazzeria verkauft Orangen und Olivenöl aus Sardinien sowie Kaffee aus Äthiopien auf Festen, Schulveranstaltungen und sonstigen Events. Mit dem daraus erzielten Gewinn sollen künftige Klassenfahrten nahezu kostenneutral finanziert werden. Am Wochenende brechen die Hauptschüler aus Heidelberg zu einer Klassenfahrt nach Sizilien auf, um dort die Orangen eigenhändig zu ernten. Zurück in Deutschland werden aus den rund 500 Kilo Orangen unter anderem Marmelade und Säfte hergestellt. Die restlichen Orangen werden als ganze Frucht verkauft. Alleine aus dem in diesem Schuljahr generierten Gewinn sollen zwei Klassenfahrten nach Sizilien sowie eine weitere nach Simferopol finanziert werden. Auf dieselbe Art und Weise soll in zwei Jahren auch die letzte gemeinsame Klassenfahrt nach dem (hoffentlich) erfolgreichen Hauptschulabschluss finanziert werden.

Rando lockt Touristen nach Paris

16. Februar 2009 - Artikel von: Leoni Zynga

Die französische Hauptstadt Paris zählt aufgrund zahlreicher Sehenswürdigkeiten wie Eiffelturm, Sacré Coeur oder Champs-Élysées im Zusammenhang mit dem Städtetourismus zu den beliebtesten Zielen weltweit. Mit der Randonnée de Roller hat Paris nun einen Event geschaffen, der regelmäßig die Herzen der Skater höher schlagen lässt und zusätzliche Touristen in die Metropole an der Seine lockt, vor allem aus dem benachbarten Ausland und Frankreich selbst. Bei den Inline-Skatern ist dieser Event besser unter seinem Kürzel Rando bekannt. Die Rando findet das ganze Jahr über jeden Freitag ab 22 Uhr in der Innenstadt von Paris statt und dauert in der Regel drei Stunden. Im Winter treffen sich mehrere hundert Skater zum Inline-Vergnügen in Paris, im Sommer liegt die Teilnehmerzahl sogar tief im vierstelligen Bereich. Für den motorisierten Verkehr ist die Pariser Innenstadt während der Rando vollständig gesperrt.

 

Die Vorzüge der Skater-Night in Paris sind vielfältiger Natur, wie Touristen zu berichten wissen, die schon an dem Event teilgenommen haben. Für die Einen ist es eine perfekte Gelegenheit, mit Paris eine der schönsten Städte der Welt in relativ kurzer Zeit und angenehmer Atmosphäre zu erkunden. Andere wiederum schlagen bei der Rando zwei Fliegen mit einer Klappe und verbinden den Städtetourismus mit Aktivurlaub. In einem Punkt sind sich jedoch Einheimische wie Touristen einig. Die Teilnahme an der Rando in Paris ist völlig kostenlos und daher eine sehr willkommene Alternative zur Diskothek, um mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten bzw. ins Gespräch zu kommen.

Jakobsweg als Chance für Tourismus im Oberen Isartal

14. Februar 2009 - Artikel von: Kai Rebmann

Der zwischen München und Innsbruck bestehende Jakobsweg ist derzeit nur auf österreichischer Gemarkung als Plattform für den Pilger- und Wandertourismus geeignet. Bereits vor rund zwei Jahren haben sich die zwölf Gemeinden auf der deutschen Seite des Jakobswegs im Oberen Isartal mit der Wiederbelebung des Pilgerpfads beschäftigt, konkrete Projekte wurden seither jedoch nicht in Angriff genommen. Gerade zu einem Zeitpunkt, als die touristische Nutzung des Jakobswegs in Vergessenheit zu geraten drohte, haben die Gemeinderäte in Wallgau, Mittenwald und Krün nun einen neuen Grundsatzbeschluss gefasst, der nun deutlich mehr Bewegung in die Planspiele bringen soll.

 

Zunächst wurde ein Verein gegründet, der sich um die Vermarktung und Organisation rund um den Jakobsweg im Oberen Isartal kümmern soll. Die beteiligten Gemeinden sind dem Verein nun ohne Ausnahme beigetreten, womit vor allem auch die Finanzierung des Tourismus-Projekts gesichert ist. Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler beziffert die Gesamtkosten auf 118.500 Euro, die die beteiligten Gemeinden gemeinsam aufbringen. Dabei kommt ein spezieller Verteilschlüsel zur Anwendung, der die jeweiligen Einwohner- und Übernachtungszahlen in den Gemeinden berücksichtigt. Darüber hinaus rechnet die Region Oberes Isartal mit EU-Zuschüssen in Höhe von 70.000 Euro, da es sich beim Jakobsweg um ein sogenanntes Euregio-Fürderprojekt handelt.

 

Der Jakobsweg im Oberen Isartal beginnt in München und führt von dort über Schäftlarn, Penzberg, Kochel bis nach Walchensee, bevor in Österreich zunächst Salzburg und Innsbruck passiert werden und der Pilgerpfad schließlich in Feldkirch endet.

Schweden schließt Reisejahr 2008 mit Wachstum ab

12. Februar 2009 - Artikel von: Kai Rebmann

Der Reisemarkt in Schweden konnte im Jahr 2008 in fast allen Bereichen und Sparten gegenüber dem Vorjahr zulegen. Mancherorts konnten sogar Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich verzeichnet werden. Bei den absoluten Übernachtungszahlen führen nach wie vor die Städte Stockholm (8,6 Millionen), Göteborg (4,7 Millionen) und Malmö (3,2 Millionen) das interne Ranking in Schweden an. In den vorgenannten Übernachtungszahlen ist auch das Umland der jeweiligen Städte inbegriffen.

 

Außer den drei Städten Stockholm, Göteborg und Malmö gibt es in Schweden im Zusammenhang mit dem Tourismus aber noch weitere Gewinner. Die höchsten Zuwächse werden aus den eher ländlich geprägten Regionen Dalarna (8,2 %), Värmland (7,8 %), Gotland (6,2 %) und Västernorrland (6,0 %) gemeldet. Touristen aus Deutschland belegen im Jahr 2008 mit 1,06 Millionen Übernachtungen (+ 5,4 %) den zweiten Platz hinter Norwegen, das es in Schweden im vergangenen Jahr aus 1,15 Millionen Übernachtungen brachte.

 

Vor allem die Jugendherbergen und Jugendhotels in Schweden haben es den deutschen Touristen angetan, wie durch ein Wachstum von über 20 % eindrucksvoll belegt. Im Allgemeinen konnten sich die Jugendherbergen in Schweden über 7 % mehr Übernachtungen als im Jahr 2007 freuen, was eine absolute Zahl von 2,90 Millionen ergibt. Aufgrund des für europäische Touristen günstigen Wechselkurses kamen aus den EU-Staaten wesentlich mehr Urlauber nach Schweden als noch ein Jahr zuvor. Touristen aus Nicht-EU-Ländern waren, wohl aus dem gegenteiligen Grund, hingegen weniger oft in Schweden zu Gast.