Dramatischer Wasserverlust im Toten Meer
21. März 2009 - Artikel von: Leoni Zynga
Das Tote Meer zwischen Israel und Jordanien ist eines der touristischen Zentren im Nahen Osten. Nun aber schlagen deutsche Wissenschaftler Alarm, nachdem sie die Ergebnisse einer Studie zur Entwicklung des Pegelstands im Toten Meer ausgewertet haben. Demnach verliert das Tote Meer seit rund 30 Jahren soviel Wasser, dass dringend Gegenmaßnahmen ergriffen werden müssen, um gravierende Folgen für die Umwelt vermeiden zu können.
Pro Jahr sinkt der Wasserpegel um 70 Zentimeter was einem Wasserverlust von 0,47 km³ oder einer Verringerung der Wasseroberfläche um 4 km² entspricht. Verursacht wird der Wasserverlust im Toten Meer den Wissenschaftlern zufolge nicht in erster Linie durch den Klimawandel, sondern durch den hohen Wasserverbrauch, der Menschen und Industriebetriebe, die sich am Jordan niedergelassen haben. Der Jordan ist der wichtigste Zufluss zum Toten Meer. Abhilfe soll mittelfristig ein Kanal schaffen, der das Tote Meer mit dem Mittelmeer oder dem Roten Meer verbindet und damit für neuen Zufluss sorgt.
Die Bezeichnung als Totes Meer ist etwas irreführend, da das Gewässer streng genommen ein See ist, der eine Fläche von rund 800 km² einnimmt. Aufgrund des hohen Salzgehalts, der bis zum zehnfachen andere Meere beträgt, kommt organisches Leben im Toten Meer nur in Form kleinster Bakterien vor. Neben dem Badetourismus ist am Toten Meer auch ein nennenswerter Gesundheitstourismus zu verzeichnen, da dem extrem salzhaltigen Wasser heilende Wirkung bei Hauterkrankungen zugeschrieben wird. Das Tote Meer ist außerdem der tiefste Landpunkt der Erde.