Forscher arbeiten an Entzifferung der Alhambra-Inschriften in Spanien
14. Mai 2009 - Artikel von: Kai Rebmann
Die Stadtburg Alhambra nahe der Stadt Granada im Süden von Spanien gilt als eines der beeindruckendsten Zeugnisse der arabischen Herrschaft, die auf der Iberischen Halbinsel erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts vom damaligen König Ferdinand zerschlagen wurde. Seit jener Zeit gab es immer wieder Versuche, die Inschriften der Alhambra zu entziffern, um mehr über die Araber zu erfahren.
Der große Durchbruch gelang Forschern und Schriftgelehrten jedoch erst vor wenigen Jahren. Unter der Leitung von Juan Castilla, einem Mitglied des spanischen Forschungsrats, wurde bisher ein Drittel der Inschriften der Alhambra entziffert. Ziel ist es, die Arbeiten bis zum Jahr 2011 abzuschließen und die Ergebnisse dann via Internet der Öffentlichkeit zu präsentieren. Einige Inschriften sind in einer veralteten Sprache geschrieben, die selbst arabischen Schriftgelehrten nicht mehr geläufig sind, was die Entzifferung der Hieroglyphen zusätzlich erschwert. Zudem haben Castilla und sein Team mit der fortgeschrittenen Verwitterung einiger Außenbereiche der Alhambra in Granada zu kämpfen.
Die Alhambra in Granada ist mit Inschriften geradezu übersät und eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in ganz Spanien. Inhaltlich weisen die meisten Inschriften der Alhambra einen starken Gottesbezug auf, obwohl es auch einige Passagen gibt, die aus heutiger Sicht eher belanglos erscheinen. Mit mehr als 2 Millionen Touristen pro Jahr ist Granada die am stärksten frequentierte Urlaubsregion in Spanien.
