Archäologen legen unterirdischen Steinbruch in Israel frei

24. Juni 2009 - Artikel von: Leoni Zynga

Israel wird im Zusammenhang mit dem Tourismus in der Regel mit Badeurlaub am Mittelmeer und Toten Meer oder mit Pilgerreisen zu den biblischen Stätten in Verbindung gebracht. Daneben gibt es aber auch für Archäologen kaum ein interessanteres Land als Israel, das insgesamt nur etwa so groß ist wie Hessen. Der neueste Fund, der Archäologen in Israel geglückt ist, hat zwar nicht direkt etwas mit der Bibel, dem Juden- oder Christentum zu tun, ist deshalb aber nicht weniger spektakulär.

In der Nähe der biblischen Stadt Jericho konnte eine Höhle freigelegt werden, deren Alter auf ca. 2.000 Jahren datiert werden konnte. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wurde die Höhle von Menschenhand errichtet und ursprünglich als unterirdischer Steinbruch genutzt. Die Tatsache, dass sich Menschen vor 2.000 Jahren die Mühe machten, einen unterirdischen Steinbruch in den Fels zu schlagen und das Geröll mühsam ans Tageslicht beförderten, gab den Archäologen aus Israel zunächst einige Rätsel auf. Schließlich gelang man zu der Überzeugung, dass sich die Höhle auf heiligen Grund befand, da sie zwischen dem Jordan und der Stadt Jericho erbaut wurde, also an jener Stelle, an der das Urvolk der Israeliten erstmals den Jordan überquerten und ins Heilige Land eingezogen waren.

Zahlreiche Inschriften und bauliche Besonderheiten lassen den Schluss zu, dass die Höhle zunächst zwar als Steinbruch genutzt wurde, in späteren Jahrhunderten aber auch als Kloster oder Tempel. Eine Nutzung der Höhle bei Jericho für touristische Zwecke erscheint als wahrscheinlich, sobald die Archäologen ihre Arbeit beendet haben und die Behörden in Israel grünes Licht geben.

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