“Alitalia-Steuer” verärget Fluggesellschaften und Passagiere
05. Januar 2009 - Artikel von: Kai Rebmann
Die Rettung der maroden Fluggesellschaft Alitalia hat sich der italienische Staat in den letzten Wochen einiges Kosten lassen. Zum Jahresende wurde bereits die zwangsweise Fusion zwischen Alitalia und der ebenfalls in Italien ansässigen Air One vollzogen, im Laufe dieser Woche soll Air France-KLM als weiterer Partner hinzukommen. Um die gewaltigen Kosten dieser Rettungsaktion zumindest annähernd refinanzieren zu können, bedient sich Italien eines umstrittenen Steuertricks, der besonders bei den sogenannten Billigfliegern auf Unverständnis und Verärgerung stößt.
Auf alle Flüge, die in Italien starten oder landen, wird rückwirkend zum 27. Oktober eine Zusatzgebühr von einigen Euro erhoben. Dieses Geld fließt in einen Fonds, aus dem die Lohnfortzahlungen der entlassenen Alitalia-Mitarbeiter finanziert werden sollen. Damit werden die in Italien tätigen Fluggesellschaften bzw. deren Passagiere indirekt für die Unterstützung des wiederbelebten staatlichen Konkurrenten Alitalia zur Kasse gebeten. Besonders gravierend ist, dass die Zusatzabgabe auch für Flüge bezahlt werden soll, die zwar weit vor dem 27.10.08 gebucht, aber erst nach diesem Datum angetreten worden sind.
Die Billigflieger müssen in Vorleistung gehen und das Geld anschließend bei ihren Kunden einfordern. Easyjet hat nun als erste von der Zusatzabgabe betroffene Fluggesellschaft ein entsprechendes Schreiben an ihre Kunden verschickt, ist dabei aber mehr oder weniger auf die freiwillige Zahlung angewiesen. Ryanair und Meridiana denken derzeit gar nicht daran, die Forderungen aus Italien zu erfüllen und haben daher auch noch keinen Euro an Alitalia überwiesen. Vielmehr erwäge man bei Ryanair die Einschaltung der EU-Wettbewerbskommission und lasse es dabei durchaus auf einen Rechtsstreit ankommen, wie eine Sprecherin der Airline mitteilt.
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