Kroatien und Slowenien legen Grenzstreit bei
01. August 2009 - Artikel von: Leoni Zynga
Was in Slowenien bereits Realität ist, steht in Kroatien erst noch bevor. Gemeint ist der Beitritt zur EU, der nicht nur für die Länder selbst, in diesem Fall Slowenien und Kroatien, von Vorteil ist, sondern auch für Touristen, die ihren Urlaub an der Adria verbringen wollen. Komplett wegfallende bzw. stark vereinfachte Einreisen werden in Slowenien schon in diesem Sommer realisiert, dank der privilegierten Partnerschaft zwischen EU und Kroatien kommen Touristen schon sehr viel einfacher als in der Vergangenheit nach Istrien, Dalmatien oder auf die vorgelagerten Inseln in der Adria.
Seit dem Jahr 2004 ist Kroatien offizieller Beitrittskandidat der EU. Die erfolgreiche Weiterführung der Verhandlungen über einen vollendeten EU-Beitritt Kroatiens wurde in den vergangenen Monaten hauptsächlich von Slowenien blockiert. Eine Aufnahme von Kroatien in die EU könnte tatsächlich am Veto Sloweniens scheitern, da hierfür die Zustimmung aller bisherigen EU-Staaten erforderlich ist. Seine kritische Haltung begründet Slowenien bisher mit dem schwellenden Streit mit Kroatien um die Grenze zwischen beiden Staaten entlang bzw. in der Adria.
Bei einer neuerlichen Verhandlungsrunde in der Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb haben sich Slowenien und Kroatien nun deutlich angenähert. Die Regierungschef beider Länder, Jadranka Kosor (Kroatien) und Borut Pahor (Slowenien) gehen davon aus, die noch offenen Detailfragen bis zum Jahresende klären zu können, über den grundsätzlichen Rahmen sei bereits eine Einigung erzielt worden, wie es in einer gemeinsamen Erklärung heißt. Derzeit deutet also alles darauf hin, dass sich die Eiszeit zwischen Zagreb und Ljubljana bezüglich des Grenzverlaufs in der Adria einem baldigen Ende nähert.