Schweiz strebt ein Biosphärenreservat Gotthard an
27. Juli 2009 - Artikel von: Bora
Der Gotthard erstreckt sich in der Schweiz über die vier Kantone Graubünden, Tessin, Uri und Wallis. Schon seit einigen Jahren gibt es in der Schweiz Überlegungen, den Gotthard touristisch noch attraktiver zu machen. Vielen Touristen sei der Gotthard vor allem wegen der zeitraubenden Passage des gleichnamigen Passes bzw. Straßentunnels ein Begriff, das tatsächliche Potenzial dieser Alpenregion bleibe dagegen meist im Verborgenen, so der einhellige Tenor in der Schweiz.
Die zunächst ins Spiel gebrachte Bewerbung des Gotthards bei der UNESCO als Welterbe wurde in der Schweiz wegen mangelnder Erfolgsaussichten schnell wieder verworfen, stattdessen verfolgt die Stiftung Landschaftsschutz (SL) nun eine neue Idee, die erstmals im Sommer 2008 diskutiert wurde. Demnach plant die SL aus dem Gotthard ein Biosphärenreservat zu machen, das dem regionalen Tourismus über die Kantonsgrenzen von Graubünden, Tessin, Uri und Wallis hinweg einen neuen Anschub geben soll. Die Biosphärenreservate stehen ebenfalls unter dem Dach der UNESCO und wurden 1970 ins Leben gerufen, um repräsentative oder einzigartige Landschaften als besonders schützenswert herauszustellen.
Eine von der SL in der Schweiz in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie bezüglich eines Biosphärenreservats Gotthard wurde nun mit einem positiven Bescheid zum Abschluss gebracht. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Hochschule Luzern vorgestellt. Demnach bestünden für den Gotthard im Falle einer Bewerbung als Biosphärenreservat bei der UNESCO gute Aussichten auf Erfolg, sofern das Tourismusprojekt mit attraktiven Inhalten gefüllt werden könne, so die SL. Hierzu sei die Zusammenarbeit zwischen den Kantonen Graubünden, Tessin, Uri und Wallis ebenso unverzichtbar wie die rückhaltlose Unterstützung der dort lebenden Bevölkerung.
