Archiv für die Kategorie ‘Spanien’

Spanien schnürt Hilfspaket für nationalen Tourismus

03. Dezember 2008 - Artikel von: Kai Rebmann

Die spanische Regierung hat inzwischen mehrere übereinstimmende Zeitungsberichte vom Wochenende bestätigt, wonach sich das Kabinett um Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero auf ein Hilfspaket in Höhe von 400 Millionen für die spanischen Tourismusbetriebe geeinigt habe. María Teresa Fernández de la Vega stellte jedoch gleichzeitig klar, dass es sich dabei nicht um Zuschüsse, sondern um zinslos gewährte Darlehen für Hoteliers, Gastwirte und Betreiber von Campingplätzen handelt. Damit wolle man dem kränkelnden nationalen Tourismus in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Rücken stärken, so die Vizechefin der spanischen Regierung.

 

Die Gelder aus dem Hilfsfonds sollen ausschließlich zweckgebunden für anstehende Renovierungs- bzw. Sanierungsarbeiten in touristischen Betrieben und auch nur für kleinere und mittlere Unternehmen gewährt werden. Damit soll die Qualität des touristischen Angebots in Spanien weiter ausgebaut werden, mit dem Ziel, ein Abrutschen des Anteils der Tourismus-Branche an der Gesamtwirtschaft Spaniens in den einstelligen Prozentbereich zu verhindern. Der Tourismus in Spanien war im Jahr 2007 noch mit 11 % am Gesamtergebnis der spanischen Wirtschaft beteiligt.

 

Die Regierung in Madrid legt in diesem Zusammenhang besonderen Wert auf die Feststellung, dass es sich hierbei nicht um eine Rettungs-, sondern um eine reine Hilfsaktion handle. Der Rückgang der Touristenzahlen in Spanien läge nicht überproportional über jenem in anderen touristischen Destinationen. Als Hauptursache führen auch die Spanier die Wirtschaftskrise an, die weite Teile der Welt erfasst hat.   

Spanien beschränkt Fang von Rotem Tunfisch

15. Oktober 2008 - Artikel von: Kai Rebmann

Am gestrigen Dienstag ging in Barcelona im Nordosten Spaniens der diesjährige Weltnaturschutzkongress zu Ende. Die Organisatoren zeigten sich mit den dabei erzielten Ergebnissen rundum zufrieden und hoffen nun, dass die Zusagen der Teilnehmerstaaten auch eingehalten werden. Spanien wurde seiner Gastgeberrolle insofern mehr als gerecht, als dass es sich bereiterklärte, sich einem internationalen Abkommen über Fangstopps der besonders gefährdeten Roten Tunfischs anzuschließen. Dem Beispiel der Iberer folgte auch Japan. Die Unterschrift der beiden Staaten ist deshalb von großer Bedeutung, da Spanien einerseits zu den größten Fangnationen des Roten Tunfischs gehört und Japan auf der anderen Seite der weltweit größte Abnehmer ist.

 

Die Natur- und Umweltorganisation WWF zeigte sich erleichtert über die Entwicklung und bezeichnete das Abkommen als notwendigen und längst überfälligen Schritt auf dem Weg zum Erhalt der Laichbestände des Roten Tunfischs, die in den letzten 30 Jahren um über 60 % zurückgegangen seien. Roter Tunfisch wird vor allem bei der Zubereitung von Sushi-Speisen verarbeitet. Laut WWF-Angaben lagen die Fangquoten Spaniens und anderer Mittelmeerländer zuletzt mehr als doppelt so hoch wie es die zulässigen Höchstfangmengen eigentlich zulassen.

 

Der WWF forderte als weiteren Schritt absolute Fangschutzgebiete rund um die Balearen und in bestimmten anderen Teilen des Mittelmeers einzurichten, damit sich die Bestände des Roten Tunfischs erholen können. Spanien, Japan und die restlichen Unterzeichner des gerade erzielten Abkommens werden künftig im Mai und Juni, der Laichsaison des Roten Tunfischs überhaupt nicht mehr fischen, außerhalb dieses Zeitraums nur noch sehr beschränkt.

Spanien begeht Nationalfeiertag am 12. Oktober

06. Oktober 2008 - Artikel von: Kai Rebmann

Was die deutschen Bundesbürger gerade erst hinter sich gebracht haben, steht den Spaniern am kommenden Wochenende noch bevor, die Feier des spanischen Nationalfeiertags “Día de la Hispanidad“ am 12. Oktober. An diesem Tag, der in diesem Jahr auf den kommenden Sonntag fällt, werden überall in Spanien, insbesondere in den großen Städten, bunte Feierlichkeiten zelebriert, die Jahr für Jahr auch zahlreiche zusätzliche Touristen auf die Iberische Halbinsel lockt. Die Feier des Nationalfeiertags “Día de la Hispanidad“ erinnert sich Spanien an die Entdeckung Amerikas durch Christopher Kolumbus im Jahre 1492.

 

In Madrid wird beispielsweise eine große Militärparade abgehalten, die traditionell unter anderem auch vor den Augen des Königshauses stattfindet. Ort des Geschehens in der Hauptstadt wird wie immer die “Calle de la Castellana“ sein. Auch weitere Städte, wie z.B. Barcelona, Saragossa oder Valencia, haben größere Veranstaltungen angekündigt, zu denen jeweils mehrere Zehntausend Besucher aus dem In- und Ausland erwartet werden.

 

In den Reigen der allgemeinen Feierlaune reihen sich am 12. Oktober eines jeden Jahres auch die Beamten der Guardia Civil, der spanischen Polizei, ein. Dieser Tag ist zugleich der Ehrentag der Meerjungfrau von Pilar, die als Schutzpatronin bereits seit dem Jahr 1913, also seit fast 100 Jahren, über das Wohl und Wehe der spanischen Polizisten wacht.  

“Internationaler Tag des Tourismus” in Spanien von hoher Bedeutung

22. September 2008 - Artikel von: Kai Rebmann

Der “Internationale Tag des Tourismus“, der am kommenden Samstag, 27.09., in vielen Urlaubsdestinationen auf der ganzen Welt begangen wird, genießt in Spanien einen besonders hohen Stellenwert. In ganz Spanien finden anlässlich des “Internationalen Tags des Tourismus“ mehrere Feste und Veranstaltungen zu Ehren der Touristen statt. Damit trägt Spanien der großen wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus für das Land auf der Iberischen Halbinsel Rechnung. Der Tourismus ist der stärkste Wirtschaftszweig Spaniens.

 

Pünktlich zum “Internationalen Tag des Tourismus“ liegen nun auch die touristisch relevanten Zahlen aus dem Jahr 2007 für Spanien und die angeschlossenen Inselgruppen vor. Demnach verbrachten im vergangenen Kalenderjahr 99 Millionen Touristen ihren Urlaub auf dem spanischen Festland, den Kanaren oder den Balearen, womit Spanien im Jahr 2007 weltweit die zweitmeisten Touristen begrüßen konnte. Statistisch gesehen kamen im letzten Jahr auf jeden Einwohner Spaniens 2,5 Touristen. Das Ranking der Spanien-Urlauber führt Großbritannien mit 27,5 % der Touristen vor Deutschland an, das auf 17 % kommt. Nach wie vor ziehen die meisten Urlauber den Luftweg zur Ein- und Ausreise in Spanien vor, drei von vier Touristen kommen auf dem Luftweg nach Spanien.

 

Katalonien (15 Millionen Touristen) konnte seinen Spitzenplatz innerhalb Spaniens vor den Inselgruppen Balearen (10 Millionen) und Kanaren (9,5 Millionen) verteidigen. Auf den Verfolgerplätzen landeten Andalusien (8,9 Millionen), Valencia (5,6 Millionen) sowie Madrid (4,4 Millionen). Madrid lebt in erster Linie von den Tagestouristen, während Valencia von der Küstenlage direkt am Mittelmeer profitiert.

BKA-Experten leisten Hilfe in Madrid

21. August 2008 - Artikel von: Kai Rebmann

Nach der Tragödie auf dem Flughafen in Madrid, die am Mittwoch nach derzeitigem Stand mindestens 153 Tote und 19 Verletzte gefordert hat, laufen die Untersuchungen zur Unglücksursache auf Hochtouren. Der Flugschreiber wurde bereits wenige Stunden nach der Katastrophe geborgen und in Madrid einem Untersuchungsrichter übergeben. Bei dem Unglücksflugzeug handelt es sich um eine Maschine des Typs MD-82, die von der spanischen Fluggesellschaft Spanair eingesetzt wurde. Spanair kooperiert im Rahmen der Star Alliance mit der Lufthansa.

 

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat den spanischen Ermittlungsbehörden umgehend Hilfe bei der Identifikation der Opfer angeboten, die Spanien inzwischen auch angenommen hat. Die Experten des BKA verfügen über reichlich Erfahrung bei der Identifizierung anhand der DNA, die in diesem Fall wohl nur noch auf diesem Wege möglich sein wird.

 

Der Flugzeugabsturz auf dem Flughafen von Madrid ist das größte Unglück der spanischen Luftfahrt seit 25 Jahren. Die Spanair-Maschine hatte kurz zuvor bereits einen ersten Startversuch abbrechen müssen, nachdem es zu Problemen gekommen war. Nachdem die spanischen Techniker schließlich grünes Licht gaben, wurde ein zweiter Versuch gestartet, der schließlich in die Tragödie mündete. Kurz nach dem Start zerschellte das Flugzeug auf einer hinter der Startbahn gelegenen Wiese und zerbrach in mehrere Teile. Ob menschliches oder technisches Versagen, oder eine Kombination aus beidem, für das Unglück verantwortlich sind, werden weitere Untersuchungen zeigen müssen.